Vor kurzem bin ich auf ein kleines Bilderbüchelchen in meinem Regal gestoßen mit dem Titel "Selma". Das kleine Buch schenkte mir vor langer Zeit eine, leider schon verstorbene, Herzenskollegin. Wir waren sehr unterschiedlich in allem, rein äußerlich, aber auch in unserem Leben und in vielen unserer Ansichten. Aber in unserem Wesenskern hatten wir doch viel gemeinsam.
Zu den Gemeinsamkeiten gehörte der Traum vom einfachen Leben.
Was verstanden wir darunter? Wir träumten von einem Leben der einfachen Genüsse. gutes Essen, guter Schlaf, viel Zeit in der Natur, soziale Kontakte. Ein Leben wo alles geregelt ist, immer die gleichen Abläufe, ohne große Überraschungen, ohne ständigen Entscheidungsdruck. Viel Zeit in der Natur verbringen, wandern oder Fahrrad fahren. Nach seinem eigenen Rhythmus leben. Keine (unnötigen) Gedanken machen, im Hier und Jetzt genießen.
Wir waren uns einig, dass es für ein gutes Leben keine großen Dinge braucht und schon gar kein Luxus.
Auf die Frage was ist Glück antwortet der "Große Widder" mit der Erzählung von Selma dem Schaf. Selma fraß jeden Morgen bei Sonnenaufgang etwas Gras. Lehrte dann bis mittags die Kinder sprechen. Machte nachmittags etwas Sport. Fraß dann wieder Gras. Plauderte abends etwas mit Frau Meier (ein Geier). Und schlief nachts tief und fest. Gefragt, was es tun würde, wenn es mehr Zeit hätte, sagte es: Ich würde bei Sonnenaufgang etwas Gras fressen..., ich würde mit den Kindern reden..., dann etwas Sport machen... usw.
Ihr versteht schon: Eigentlich alles wie gehabt. Gefragt, was Selma tun würde, wenn sie im Lotto gewinnen würde, folgt im Großen und Ganzen der gleiche Tagesablauf.
Das war das Leben von dem wir auch träumten, im Großen und Ganzen. Außer dem Gras natürlich und dem Schlafen auf freiem Feld.
Nicht soviel nachgrübeln, planen, befürchten. Mehr einfach nur Sein. DaSein.
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